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👩🏼‍🎓 👨🏻‍🎓 | Wie es nach der Lehre weiter geht

Das Thema, über da sich heute schreiben möchte, ist sicherlich kein leichtes. Aus diesem Grund möchte ich in diesem Artikel um seinen Inhalt herum eine Geschichte aufbauen, die den Kern des ganzen widerspiegelt und das Verstehen hoffentlich erleichtert.

Ausgangssituation

Azubi Max, 21, hat in 5 Wochen seine Abschlussprüfung, weiß aber noch nicht so recht, wie es danach mit ihm weitergehen soll. Er weiß allerdings bereits, dass er in der Software-Branche weiter tätig sein möchte. Seine Ausbildung hat ihm deutlichen Spaß bereitet und er ist an seinen Aufgaben gewachsen. Aber was nun? Max fragt sich, ob er – nach Möglichkeit – in seinem Ausbildungsbetrieb, der PseudoCode GmbH, bleiben soll, sich auf dem freien Arbeitsmarkt umsehen oder womöglich sogar noch studieren gehen soll. Oder doch gleich in die Selbstständigkeit? Fragen über Fragen.

Heimspiel

Wenn der Ausbildungsbetrieb von Max tatsächliches Interesse daran zeigt, Max auch über seine Ausbildung hinaus als Mitarbeiter zu behalten, ist das auf jeden Fall ein Vorteil, zumindest wenn Max ein ähnliches Interesse hegt. Man sollte schließlich bedenken, dass ein neuer Betrieb auch ein neues Arbeits- und Mitarbeiterumfeld bedeutet, sowie womöglich völlig neue Aufgaben, welche viel Einarbeitungszeit erfordern könnten.

Wenn Max hingegen bei PseudoCode GmbH bleiben könnte, hätte er die Möglichkeit seine Expertise in den ihm vertrauten Aufgabenbereichen zu festigen und von Beginn an deutlich produktiver arbeiten. Allerdings sollte Max bedenken, dass sein Ausbildungsbetrieb auch sicherlich nicht vergessen hat, welche Fehler ihm während der Ausbildung unterlaufen waren und diese beim Verhandeln von Max Einstiegsgehalt berücksichtigen. Solange er sich aber keine gröberen Schnitzer erlaubt hat, sollte das keine größeren Probleme darstellen.

Max ist sich ziemlich sicher, dass dies – zumindest für die nächsten jähre – die beste Lösung sein müsste. Dennoch möchte er von seinem Bruder und Freund wissen, wie der Wechsel in ein neues Unternehmen laufen könnte.

Der Arbeitsmarkt

Anders sieht es wie gesagt aus, würde Max eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt bekommen.

  1. Weiß er nicht sicher, ob er dort eine Stelle bei einem neuen Unternehmen findet
  2. Muss er sich womöglich in vollkommen neue Aufgabengebiete und Themenkomplexe einarbeiten
  3. Außerdem weiß der neue Arbeitgeber nicht, welche positiven Leistungen er während der Ausbildung bei der PseudoCode GmbH erbracht hat

Aber es ist selbstverständlich nicht so, als wäre eine neue Stelle mit neuen Aufgaben und neuen Herausforderungen schlecht. Im Gegenteil, viele wachsen an den an Sie gestellten Aufgaben und können so ihr Wissen aber auch ihre Position im Unternehmen deutlich ausbauen, da Sie Vorkenntnisse aus früheren Stellen mitbringen.

Von daher muss Max hier für sich entscheiden, was ihm lieber ist. In vertrauter Umgebung weiter zu arbeiten und dort alles dafür geben, seine Position weiter auszubauen, oder aber in einem neuen Betrieb von null anzufangen.

Max weiß nicht so recht. Das klingt nach etwas viel, für kurz nach seiner lehre. Das bestärkt ihn weiter in seinem anfänglichen Gedanken, bei der PseudoCode GmbH zu bleiben.

Das Studium

Besonders von größeren und namhaften Unternehmen immer mehr gefordert – ein absolviertes Studium in einem einschlägigen Fachbereich.

Max könnte also je nach dem, welchen Abschluss er vor der Ausbildung erreicht hat, ein Studium beginnen, oder zuerst die dafür nötigen Grundlagen schaffen, bevor es ans studieren geht.

Danach hätte er besonders in theoretischen Themenkomplexen deutlich an Wissen zugelegt, hätte aber einen klaren Vorteil gegenüber Studenten ohne Ausbildung. Er weiß bereits, was es heißt zu arbeiten und hat drei Jahre praktischer Erfahrung hinter sich.

Das wäre eine nicht unbedingt schlechte Voraussetzung, um direkt in leitende oder koordinierende Positionen einzusteigen. Das wurde sich natürlich auch auf das Gehalt auswirken.

Max hat einen Realschulabschluss mit Qualifikation für die Oberstufe (FOAQ) und müsste mindestens ein Fachabitur, oder ein vollständiges Abitur nachholen. Da er aber immer nur mäßige Leistungen in der Schule erbracht hat, möchte er diesen ‚Rückschritt‘ aus der Arbeitswelt zurück in die Schulwelt nicht wagen.

Die Selbstständigkeit

Der Gedanke daran, direkt nach der Ausbildung eine selbstständige Tätigkeit auszuüben, erweckt bei mir persönlich ein Schwindelgefühl.

Sicherlich hat man in drei Jahren Ausbildung vieles an Wissen aufsaugen und auch anwenden können, aber die Routine und Expertise in dem, was man jeden Tag macht, fehlt in meinem Augen den meisten noch. Es gibt hier sicher Ausnahmen oder auch Themengebiete, welche man routiniert begehen kann, aber als freischaffender oder Selbstständiger Software Entwickler warten auch schnell Themen auf euch, die ihr noch nicht kennt und bei denen es hilfreich wäre, jemanden fragen zu können, der diese Expertise bereits besitzt. In Unternehmen sind dies meist Abteilungs- oder Projektleiter, welche schon einige jähre länger in den Themengebieten arbeiten.

Von daher hat auch Max sich schnell dagegen entschieden, selbstständig zu arbeiten, als sein Vater ihm das berichtet hat.

Fazit

Abschließend lässt sich festhalten, dass eine endgültige Entscheidung nur von Max allein anhand von Bauchgefühl, Überlegungen und auch mit Ratschlägen von Freunden getroffen werden kann.

Außerdem könnte man Max raten, sich vielleicht bei öffentlichen Stellen oder im Internet über mögliche Karrieremöglichkeiten zu informieren.

Max hat sich schlussendlich mit seinem Chef einigen können und durfte auf unbefristeter Basis im Unternehmen bleiben. 

Das Karrierehandbuch

Diese und viele weitere Fragen werden von Martina Diel im IT-Karrierehandbuch behandelt, welches im O’Reilly Verlag erscheinen ist. Es bietet außerdem nützliche Tipps zum Verhalten unter Kollegen, den Umgang mit Aufgabenstellungen, aber auch zu Bewerbungsgesprächen oder Gehaltsverhandlungen. Schaut mal rein.

Max hat sich das Buch natürlich gekauft. Er arbeitet hart daran seine Expertisen auszubauen und ein guter Kollege für seine Mitmenschen in der Firma zu sein.